Typische Fehler beim Kaminbau und beim Heizen
Die Fehler, die im Kaminbau wirklich weh tun, sind wenige und immer dieselben: ein Gerät, das für den Raum zu stark ist, ein Schornstein, den niemand vor dem Kauf beurteilt hat, Holz, das nicht trocken genug ist, und ein Betrieb mit zugedrehter Luft. Sie hängen miteinander zusammen, denn ein zu großes Gerät führt fast zwangsläufig zum Drosseln, und Drosseln führt mit feuchtem Holz zu Ruß im Zug. Die gute Nachricht: Alle vier lassen sich vermeiden, und drei davon, bevor überhaupt Geld ausgegeben wird.
Fehler eins: zu groß gekauft
Es ist der verbreitetste und der folgenreichste Fehler. Die Vorstellung, mehr Leistung sei sicherer, weil man ja nicht voll aufdrehen müsse, klingt vernünftig und ist falsch. Ein Ofen ist kein Brenner, den man beliebig herunterregelt. Er hat einen Bereich, in dem er sauber arbeitet, und darunter beginnt der Schwelbetrieb.
In einem gedämmten Wohnraum wird ein überdimensioniertes Gerät nach kurzer Zeit unerträglich. Die Bewohner reagieren, indem sie die Luft zudrehen. Damit sinkt die Temperatur in der Brennkammer, die Gase verbrennen nicht mehr vollständig, die Scheibe rußt zu, und im Zug lagert sich ab, was oben nicht ankommt. Aus dem vermeintlichen Sicherheitspuffer wird ein Dauerproblem.
Die Abhilfe ist unspektakulär: die Leistung aus dem Raum ableiten lassen und dem Fachbetrieb glauben, wenn er ein kleineres Gerät vorschlägt.
Fehler zwei: den Zug erst hinterher prüfen
Der zweite Klassiker ist die falsche Reihenfolge. Das Gerät steht im Wohnzimmer, und dann kommt die Frage, ob es angeschlossen werden darf. Ein zu weiter Querschnitt, eine bestehende Belegung, eine Versottung oder eine zu geringe wirksame Höhe können die Antwort verändern.
Die Beurteilung durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger vor dem Kauf ist der wirksamste Schutz, den es in diesem Gewerk gibt, und sie ist der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird, weil er unspektakulär ist.
Fehler drei: Holz, das nicht trocken ist
Feuchtes Holz ist der Ursprung fast aller Betriebsprobleme. Die Energie geht ins Verdampfen statt in den Raum, die Brennkammer bleibt kühl, die Verbrennung wird unvollständig, und der Wasserdampf zieht mit unverbrannten Bestandteilen in den Zug, wo er sich als Glanzruß niederschlägt.
Häufige Varianten dieses Fehlers:
- Holz im Keller lagern, wo weder Sonne noch Wind hinkommen
- Den Stapel komplett in eine Plane einpacken statt nur oben abzudecken
- Rundlinge lagern und erst kurz vor dem Verheizen spalten
- Sich auf die Angabe ofenfertig verlassen, statt selbst zu messen
- Außen messen statt an einer frisch gespaltenen Innenfläche
- Im Herbst kaufen und im Winter verheizen
Fehler vier: die Luft zudrehen
Der Reflex, mit gedrosselter Luft länger zu heizen und Holz zu sparen, ist verständlich und geht nach hinten los. Sie sparen kein Holz, Sie verbrennen es nur unvollständig. Die Wärme, die Sie zu behalten glauben, geht als unverbrannter Rauch in den Zug, wo sie sich als Ablagerung niederschlägt, die Sie später bezahlen.
Verwandt damit ist das Vollpacken der Brennkammer. Viel Holz und wenig Luft ergibt Schwelbrand. Richtig ist das Gegenteil: kleine Mengen, kräftige Flamme, öfter nachlegen. Und beim Nachlegen die Luft kurz wieder öffnen, damit das neue Scheit schnell in Gang kommt.
Die kleineren, aber verbreiteten Fehler
Neben den großen vier gibt es eine Reihe von Punkten, die regelmäßig auftauchen. Von unten anzünden, statt oben, was unnötig Rauch erzeugt. Die Dichtung nie prüfen, obwohl der Papiertest Sekunden dauert. Den Ofen zustellen, sodass weder Abstrahlung noch Reinigungsöffnung frei sind. Asche in einen Kunststoffeimer füllen. Die Zuluftöffnung nach außen vergessen, bis sie zugesetzt ist.
Und ein Fehler, der gefährlich ist: eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb betreiben und dem Fachbetrieb nichts davon sagen. Diese Kombination kann Abgase in den Raum ziehen, und Kohlenmonoxid sieht und riecht man nicht.
Der Fehler hinter den Fehlern
Fast alles hier hat dieselbe Wurzel: Ein Ofen wird als Möbelstück behandelt, das man aussucht und aufstellt. Tatsächlich ist er ein Bauteil, das mit dem Schornstein, mit der Luftführung im Haus und mit dem Wärmebedarf des Raums zusammenhängt. Wer das von Anfang an so denkt, macht die großen Fehler gar nicht erst.
Fazit
Zu groß gekauft, Zug nicht geprüft, Holz zu feucht, Luft gedrosselt: Diese vier erklären den Großteil aller Probleme. Lassen Sie die Leistung rechnen, den Zug vor dem Kauf beurteilen, das Holz zwei Sommer liegen und die Luft offen, solange die Flamme steht. Und sagen Sie Ihrem Fachbetrieb von sich aus, welche Abluftgeräte im Haus arbeiten. Das ist der Punkt, an dem es nicht um Komfort geht.