Was einen Kaminbau teuer oder günstig macht
Die Spanne zwischen einem einfachen und einem aufwendigen Kaminbau entsteht selten am Gerät. Den größten Ausschlag gibt die Abgasanlage: Ein vorhandener, geeigneter Zug ist der günstigste Fall, ein sanierungsbedürftiger Zug kostet zusätzlich, und ein Haus ganz ohne Schornstein macht aus der Anschaffung ein Bauvorhaben. Danach folgen die Bauart, denn ein handwerklich gesetzter Speicherofen ist etwas anderes als ein aufgestelltes Gerät, außerdem die Zugänglichkeit der Baustelle, der Umfang der Verkleidung und der Zeitpunkt, zu dem Sie beauftragen.
Der Schornstein ist der größte Hebel
Alles beginnt mit der Frage, was schon da ist. Ein tauglicher, freier Zug in der Nähe des geplanten Standorts bedeutet: Anschluss herstellen, fertig. Das ist der schlanke Fall, und viele Vorhaben liegen genau dort.
Ist der Zug vorhanden, aber zu weit im Querschnitt oder versottet, kommt eine Innenrohrführung dazu. Der Aufwand hängt davon ab, wie der Zug verläuft, ob es Versätze gibt und wie zugänglich er ist. Ein gerader Zug mit guter Erreichbarkeit ist schnell ertüchtigt, einer mit Knick im verbauten Dachgeschoss nicht.
Fehlt der Zug ganz, ändert sich die Größenordnung. Dann geht es um Fundament, Schacht oder Fassadenbefestigung, Deckendurchbrüche oder Wanddurchführung und in jedem Fall um die Dachdurchdringung. Das ist der Punkt, an dem die Abgasanlage den Ofen preislich überholt.
Bauart und Masse
Ein frei stehender Kaminofen wird geliefert, aufgestellt und angeschlossen. Der Arbeitsaufwand ist überschaubar und gut kalkulierbar. Ein Kachelofen oder ein Heizkamin dagegen wird vor Ort gebaut. Es entstehen Arbeitstage statt Arbeitsstunden, es kommt Material in Mengen ins Haus, und es braucht einen Handwerker mit entsprechender Qualifikation über einen längeren Zeitraum.
Dazu kommt die Speichermasse. Sie ist der Grund, warum solche Anlagen die Wärme halten, und sie ist gleichzeitig Material, Gewicht und Arbeit. Wer viel Speicher will, bekommt viel Aufwand. Und wenn die Decke die Last nicht trägt, kommt eine Ertüchtigung dazu, die mit dem Ofen selbst nichts mehr zu tun hat.
Die Verkleidung ist eine eigene Größe. Ein Stahlgerät ist, wie es ist. Eine gemauerte, verputzte oder mit Naturstein belegte Verkleidung ist ein gestalterisches Werk, dessen Umfang Sie bestimmen. Hier liegt der größte selbst steuerbare Anteil.
Die Baustelle und ihre Tücken
Was auf dem Papier gleich aussieht, ist vor Ort verschieden. Diese Punkte treiben den Aufwand, ohne dass sich am Ergebnis etwas ändert:
- Das Geschoss, in dem gearbeitet wird, und ob es einen Aufzug gibt
- Enge Treppenhäuser, durch die Material und Gerät müssen
- Die Erreichbarkeit des Dachs für Arbeiten an der Mündung
- Ein Gerüst, falls an der Fassade oder am Dach gearbeitet werden muss
- Bewohnte Räume, die geschützt und danach gereinigt werden müssen
- Bodenbeläge und Wände, die nicht beschädigt werden dürfen
- Entsorgung von Bauschutt oder einer alten Anlage
Der Rückbau einer alten Anlage wird regelmäßig übersehen. Ein gemauerter Ofen verlässt das Haus nicht durch die Tür, sondern in Eimern. Das ist Arbeitszeit und Entsorgung und gehört ins Angebot, bevor die Rechnung kommt.
Der Termin macht einen Unterschied
Fachbetriebe haben eine Saison. Im Herbst, wenn die erste kalte Woche kommt, rufen alle gleichzeitig an. Wer dann beauftragt, konkurriert um knappe Kapazität, wartet länger und hat wenig Verhandlungsspielraum. Wer im Frühjahr oder Sommer plant, trifft auf ruhigere Terminbücher.
Der Zeitpunkt beeinflusst außerdem den Ablauf. Eine Sanierung im Sommer bedeutet keinen Wärmeausfall, wenn sich etwas verzögert. Dieselbe Maßnahme im Dezember bedeutet, dass Sie frieren, wenn ein Teil fehlt.
Wo sich sparen lohnt und wo nicht
Sparen können Sie beim Umfang: eine schlichtere Verkleidung, weniger Speichermasse, ein Standort in der Nähe des vorhandenen Zuges statt an der Wunschwand. Auch Eigenleistung ist möglich, aber nur dort, wo sie unkritisch ist, etwa beim Freiräumen, beim Rückbau von Möbeln oder bei der Herstellung des Zugangs.
Nicht sparen sollten Sie an der Beurteilung des Zuges, an der Ausführung des Anschlusses und an der Dimensionierung der Leistung. Ein Gerät, das für den Raum zu groß ist, wird gedrosselt, und ein gedrosselter Ofen verrußt Zug und Scheibe. Diese vermeintliche Ersparnis holt Sie über die Betriebskosten und die Reinigung wieder ein.
Fazit
Der Preis entsteht am Schornstein, an der Masse und an der Zugänglichkeit, nicht am Katalogbild. Klären Sie zuerst, was an Abgasanlage vorhanden und tauglich ist, entscheiden Sie dann über Bauart und Umfang der Verkleidung, und beauftragen Sie außerhalb der Saison. Und lassen Sie den Rückbau einer alten Anlage ausdrücklich ins Angebot schreiben, statt ihn später zu entdecken.