Rauchgeruch und Schornsteinbrand: Was im Ernstfall zu tun ist
Zwei Situationen verlangen eine klare Reaktion. Riecht es im Raum nach Rauch, während der Ofen läuft, treten Abgase aus. Dann wird nicht weiter geheizt, sondern gelüftet, das Feuer heruntergefahren und die Ursache geklärt, denn Abgase können Kohlenmonoxid enthalten, das man nicht riecht. Brennt es im Schornstein, erkennbar an dröhnendem Geräusch, Funkenflug über der Mündung und heißem Mauerwerk, alarmieren Sie über den Notruf die Feuerwehr, räumen Sie brennbare Gegenstände vom Schornstein weg und löschen Sie unter keinen Umständen mit Wasser.
Rauchgeruch im Raum: die Sofortmaßnahmen
Rauch im Zimmer ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Hinweis, dass die Abgase nicht dorthin gehen, wo sie hingehören. Die Reihenfolge ist:
- Fenster und Türen öffnen und für Durchzug sorgen
- Keine weiteren Scheite nachlegen, das Feuer ausbrennen lassen
- Abluftgeräte ausschalten, also Dunstabzugshaube, Lüftung und Abluftrockner
- Den Raum verlassen, wenn Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel auftreten
- Nicht weiterheizen, bevor die Ursache geklärt ist
- Den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger als zuständige Stelle einschalten
Der dritte Punkt ist der wichtigste und der am wenigsten bekannte. Eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb kann in einem dichten Haus so viel Luft nach außen fördern, dass der Schornstein zur Nachströmöffnung wird und Abgase in den Raum gezogen werden. Wer das Gerät ausschaltet, nimmt in vielen Fällen genau die Ursache weg.
Warum Kohlenmonoxid der eigentliche Punkt ist
Was Sie riechen, ist Rauch. Was Sie nicht riechen, ist Kohlenmonoxid. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, ist farb- und geruchlos und wirkt, bevor die Betroffenen begreifen, dass etwas nicht stimmt. Die Anzeichen sind unspezifisch: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel. Genau deshalb werden sie leicht auf etwas anderes geschoben.
Die Regel ist deshalb streng: Bei Rauchgeruch oder solchen Beschwerden wird gelüftet und der Raum verlassen, nicht diskutiert. Ein Warnmelder für Kohlenmonoxid ist in einem Haushalt mit Feuerstätte eine sinnvolle Ergänzung, gerade dort, wo Menschen schlafen. Er ersetzt keine ordentliche Anlage, aber er meldet, was Sie nicht wahrnehmen können.
Kalter Rauchgeruch ohne Feuer
Ein anderer Fall ist der Geruch nach kaltem Rauch, wenn der Ofen aus ist. Das bedeutet meist, dass der Zug rückwärts läuft: Statt Luft nach oben abzuführen, fällt kalte Luft aus dem Schornstein in den Raum und bringt den Geruch der Ablagerungen mit.
Typisch ist das bei milder Witterung, bei ungünstiger Mündung im Windschatten oder bei einem stark abgekühlten Zug. Gefährlich ist es meist nicht, unangenehm sehr wohl, und es ist ein Hinweis auf eine Zugsituation, die man sich ansehen sollte. Auch hier ist die zuständige Stelle der richtige Ansprechpartner, denn die Ursache liegt an der Anlage und nicht am Lüften.
Schornsteinbrand: woran Sie ihn erkennen
Ein Schornsteinbrand ist der Brand der Ablagerungen im Zug, meist von Glanzruß, der sich über längere Zeit bei zu kühler Verbrennung mit feuchtem Holz gebildet hat. Er kündigt sich nicht an, sondern beginnt.
Die Anzeichen sind deutlich: ein tiefes, dröhnendes oder rauschendes Geräusch im Zug, Flammen und starker Funkenflug über der Mündung, ein Geruch nach starkem Rauch im Haus und Mauerwerk, das an ungewohnten Stellen heiß wird. Die Temperaturen im Zug sind dabei so hoch, dass Bauteile und angrenzendes Holz gefährdet sind.
Was Sie dann tun und was nicht
Die Maßnahmen sind wenige und eindeutig:
- Über den Notruf die Feuerwehr alarmieren und den Schornsteinfeger verständigen
- Kein Holz mehr nachlegen, die Feuerstätte in Ruhe lassen
- Brennbare Gegenstände von Schornstein und angrenzenden Wänden wegräumen
- Die Räume entlang des Zuges auf allen Geschossen und den Dachboden beobachten
- Bewohner informieren, im Mehrparteienhaus auch die Nachbarn
- Niemals mit Wasser löschen
Der letzte Punkt ist keine Empfehlung, sondern eine Warnung. Wasser verdampft im heißen Zug schlagartig und dehnt sich dabei um ein Vielfaches aus. Der entstehende Druck kann den Schornstein sprengen. Ein Schornsteinbrand wird kontrolliert abbrennen gelassen und dabei überwacht, und diese Überwachung ist Aufgabe der Feuerwehr und des Schornsteinfegerhandwerks, nicht Ihre.
Nach einem Schornsteinbrand darf die Anlage nicht einfach weiterlaufen. Der Zug wird begutachtet, denn die Hitze kann Risse verursacht haben. Die zuständige Stelle entscheidet, ob und unter welchen Bedingungen wieder geheizt werden darf.
Vorbeugen ist der eigentliche Schutz
Ein Schornsteinbrand entsteht nicht zufällig. Er ist das Ergebnis von Ablagerungen, und die entstehen aus feuchtem Holz, gedrosselter Luft und ausgelassener Reinigung. Wer trocken heizt, die Luft offen lässt und die Abgasanlage im vorgegebenen Rhythmus betreuen lässt, hat dieses Thema in aller Regel nicht.
Fazit
Rauchgeruch heißt lüften, Abluftgeräte aus, nicht weiterheizen und die zuständige Stelle einschalten, denn das eigentliche Risiko ist das, was Sie nicht riechen. Ein Schornsteinbrand heißt Notruf, nichts nachlegen, Brennbares wegräumen und auf keinen Fall Wasser. Beides ist selten, wenn trockenes Holz mit offener Luft verbrannt und der Zug regelmäßig gereinigt wird. Genau das ist die Vorbeugung.